Schildkröten im Fokus Kleintierverlag Thorsten Geier
 
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Gong, S. P., J. C. Wang, H. T. Shi, R. H. Song & R. M. Xu (2006): Illegal trade and conservation requirements of freshwater turtles in Nanmao, Hainan Province, China. – Oryx 40 (3): 331-336.

Illegaler Handel und Artenschutzanforderungen von Wasserschildkröten in Nanmao, Provinz Hainan, China


China hat eine der vielfältigsten Wasserschildkrötenfauna der Welt, ist aber auch größter Konsument. In den 1980-Jahren steigerten sich übermäßige Absammlung, illegaler Handel und Habitatzerstörung dramatisch, was fast alle chinesischen Schildkröten an die Grenze des Aussterbens katapultierte. Trotz des kritischen Status' der chinesischen Schildkröten wurde wenig unternommen, den Einfluss illegaler Aktivitäten auf die wild lebenden Populationen zu quantifizieren und abzuschätzen. Wir verwendeten eine Kombination von Marktuntersuchungen und Umfragen, um den illegalen Handel und den Schutzstatus der heimischen Wasserschildkröten von Februar bis August 2003 in Nanmao, Provinz Hainan, zu untersuchen. Wir fanden 245 gesammelte Süßwasserschildkröten zusammengesetzt aus acht Arten. Diese Daten zeigen, dass Nanmao eine reiche Wasserschildkrötenfauna besitzt, die stark von illegaler Jagd beeinflusst wird. Keine effektiven Maßnahmen wurden unternommen, um die wenigen verbleibenden wild lebenden Schildkrötenpopulationen zu schützen. Die Hauptfaktoren, die zu diesem illegalen Handel geführt haben, beinhalten den kulturellen Glauben, dass Schildkröten eine wertvolle Nahrung bzw. Medizin sind, der Mangel an Kenntnis des Schutzstatus, Schildkrötenjagd als Zusatzverdienst und eine schwache Durchsetzung der Gesetze. Mögliche Schutzstrategien werden diskutiert.

Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Erfreulich ist wohl, dass der internationale, öffentliche Druck nun auch in China selbst solche Marktanalysen durchführen lässt. Allerdings glaube ich, dass entweder in dieser Provinz so gut wie kaum noch Schildkröten gefunden werden oder dass auch diese Erhebung nur halbherzig durchgeführt wurde, denn in 7 Monaten nur 245 Schildkröten erfasst zu haben erscheint sehr wenig. Da ist entweder die Dunkelziffer dramatisch oder man hat einen Markt ausgewählt, auf dem das Problem nur gering ist, um nicht mit zu drastischen Zahlen in die Öffentlichkeit gehen zu müssen. Denn eines ist klar, entweder die immer noch berichteten drastischen Zahlen der Naturschützer sind zu hoch oder dieser hier beschriebene Markt ist nicht mit jenen zu vergleichen, von denen die Mitglieder der Schutzorganisationen berichten. Man sollte aber anerkennen, dass Umdenken auch in China beginnt und hoffentlich nicht zu langsam voranschreitet.




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© Michael Daubner 2017Schildkröten im Focus