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Wissenschaft im Fokus

Veröffentlicht: 12.02.2017 Share it on Facebook


Henen, B. T. (2016): DO SCIENTIFIC COLLECTING AND CONSERVATION CONFLICT? – Herpetological Conservation and Biology 11(1): 13–18.

Gibt es einen Konflikt zwischen wissenschaftlichen Sammeln und der Arterhaltung?


Mit der zunehmenden Geschwindigkeit, mit der Arten beschrieben werden und im Bestand bedroht werden, riskieren wir einen potentiellen gesellschaftlichen Konflikt, der sich zwischen den Ansprüchen der Arterhaltung und den Ansprüchen wissenschaftlicher Sammlungen in Bezug auf die Entnahme von Belegexemplaren auftut. Die wissenschaftliche Entnahme von Exemplaren hat typischerweise nur einen geringen Einfluss auf das Überlebenspotential von Arten. Allerdings sind auch sammelnde Wissenschaftler gegenüber der Gesellschaft Rechenschaft schuldig und beeinflussen somit die gesellschaftliche Meinungsbildung und Einstellung der Wissenschaft gegenüber. Obwohl inadäquate Entnahmepraktiken selten vorkommen und meist auf einer naiven Unwissenheit basieren, so kommt es wohl schon vor, dass manche wissenschaftlichen Sammler sich nicht angemessen und verantwortungsvoll verhalten. Wissenschaftliche Sammlungen sind ein extrem bedeutender Faktor für das Verständnis der Biodiversität, allerdings sind wir auch der Gesellschaft gegenüber zum verantwortungsvollen Umgang damit verpflichtet. Hier beschreibe ich einen Vorschlag für ein hypothetisches Sammelschema, welches in der Lage wäre das Vorgehen beim Sammeln auf eine verantwortungsvolle Weise zu strukturieren und zwar so, dass das Risiko für bedrohte Arten oder Populationen dabei minimiert wird. Ich rufe hiermit die herpetologischen Gesellschaften zu einer beispielhaften konzertierten Aktion auf, sich mit den Agenturen, die die Sammlungserlaubnisdokumente ausstellen, dahingehend zusammenzuarbeiten, dass sie dieses Sammelschema übernehmen und zur Anwendung bringen sowie entsprechend überwachen. Die Anwendung von einer auf solchen rationalen Grundlagen basierenden Sammlungserlaubnis kann dazu beitragen, die gesellschaftliche Akzeptanz dieser Vorgehensweise zu erhöhen und könnte somit die Integrität wissenschaftlicher Sammlungen steigern.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Ein Vorschlag den man nur befürworten kann. Dabei frage ich mich sowieso, ob man nicht wirklich diese Arten anhand von guten Fotografien identifizieren kann und ansonsten per genetischem Fingerabdruck. Siehe auch Kommentare zu: Chiro & Ineich (2006), Clapham & Van Waerebeek (2007), Parham (2008).

Literatur

Chiro, L. & I. Ineich (2006): Biogeography of the reptiles of the Central African republic. – African Journal of Herpetology 55 (1): 23-59 oder WiF-Archiv.

Clapham, P. & K. Van Waerebeek (2007): Bushmeat and bycatch: the sum of the parts. – Molecular Ecology 16 (13): 2607–2609 oder WiF-Archiv.

Parham, J. F. (2008): Rediscovery of an „extinct“ Galapagos tortoise. – PNAS – Proceedings of the National Academy of Science of the U.S.A. 105: 15227–15228 oder WiF-Archiv.



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© Michael Daubner 2017Schildkröten im Focus