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Wissenschaft im Fokus

Veröffentlicht: 17.07.2016 Share it on Facebook


Kelez S., X. Velez-Zuazo & A. S. Pacheco (2016): First record of hybridization between green Chelonia mydas and hawksbill Eretmochelys imbricata sea turtles in the Southeast Pacific. PeerJ.; 4:e1712.

Der Erstnachweis für die Hybridisierung von der Suppenschildkröte Chelonia mydas und der Echten Karettschildkröte Eretmochelys imbricata im südöstlichen Pazifik.


Die Hybridisierung zwischen verschiedenen Meeresschildkrötenspezies ist ein häufig beschriebener Befund für den atlantischen Ozean, allerdings die Nachweise für Hybridisierungsereignisse im pazifischen Ozean sind selten und beschränken sich bislang auf zwei Hybridindividuen, die in der nördlichen Hemisphäre entdeckt wurden. Hier berichten wir erstmals über den Fund einer Hybridschildkröte die aus einer Verpaarung der Suppenschildkröte C. mydas mit der Echten Karettschildkröte E. imbricata hervorging. Diese junge Meeresschildkröte wurde im nördlichen Peru (4°13'S; 81°10'W) am 5. Januar 2014 gefangen. Die Schildkröte zeigte morphologische Merkmale von C. mydas wie die dunkle grünliche Färbung, ein einzelnes Paar präfrontaler Schuppen, vier Postorbitalschuppen und einen mittleren Mandibularkamm. Allerdings deutete das Vorhandensein von zwei Krallen an jedem Vorderbein und die verlängerte Schnauze auf Charaktere von E. imbricata hin. Zusätzlich zu diesen morphologischen Anhaltspunkten konnten wir den Hybridstatus für dieses Tier molekulargenetisch anhand der Analyse des mitochondrialen Cytochromoxidase I-Gens klar belegen welches zeigte, dass diese Hybride aus einer Kreuzung einer weiblichen E. imbricata und einer männlichen C. mydas hervorgegangen war. Unsere Ergebnisse erweitern die geographische Region für den Pazifik in der Meeresschildkrötenhybriden vorkommen und sie belegen eine wichtige Feststellung, nämlich dass es zu einer Verpaarung von einer hochgradig weltweit, bestandsbedrohten Population der ostpazifischen E. imbricata, mit einer relativ gesunden Population der ostpazifischen C. mydas kommt.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Nun könnte man hier auch wieder anführen, dass man auf alle Fälle die Hybridisierung und das eventuelle Verschwinden einer reinerbigen, ostpazifischen E. imbricata-Population verhindern müsste. Aber da das Meer eben bekanntlich immer noch als „grenzenlos“ anzusehen ist bliebe die Frage wie? Viel vernünftiger erschiene es mir aber sich mal die Frage zu stellen, wie oft solche Evolutionsereignisse, denn um nichts anderes handelt es sich dabei, schon abgelaufen sind bevor wir als Menschen begonnen haben Arten zu identifizieren und damit als erhaltenswert zu kategorisieren? Ich denke nach allem was uns die Paläontologie und Archäologie und Evolutionsbiologie gelehrt hat unzählige Male. Ja es ist sogar davon auszugehen, dass etliche der Arten, die wir heute als solche anerkennen, aus solchen Evolutionsereignissen hervorgegangen sind. Insofern denke ich ist auch dies wieder ein schönes Beispiel dafür, wie langfristiger „DNS-Erhalt“ und aktueller Phänotyperhalt zueinander im Verhältnis zueinanderstehen. Tja, und dass selbst Hybridisierungen für das Langzeitüberleben vorteilhaft sein kann habe ich hier schon wiederholter maßen diskutiert (siehe WiF-Thema: Hybridisierung) oder Kommentare zu Hamilton, J. A. & J. M. Miller (2015); Poulakakis et al., (2015).

Literatur

Hamilton, J. A. & J. M. Miller (2015): Adaptive introgression as a resource for management and genetic conservation in a changing climate. – Conservation Biology: DOI: 10.1111/cobi.12574 oder Wif-Archiv.

Poulakakis N., D. L. Edwards, Y. Chiari, R. C. Garrick, M. A. Russello, E. Benavides, G. J. Watkins-Colwell, S. Glaberman, W. Tapia, J. P. Gibbs, L. J. Cayot & A. Caccone (2015): Description of a New Galapagos Giant Tortoise Species (Chelonoidis; Testudines: Testudinidae) from Cerro Fatal on Santa Cruz Island. – PLoS One. 21;10(10):e0138779 oder WiF-Archiv.



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© Michael Daubner 2017Schildkröten im Focus