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Aktualisiert:
02.10.2017

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Wissenschaft im Fokus


Kuchling, G., A. G. J. Rhodin, B. R. Ibarrondo & C. R. Trainor (2007): A new subspecies of the Snakeneck Turtle Chelodina mccordi from Timor-Leste (East Timor) (Testudines:Chelidae). – Chelonian Conservation and Biology 6 (2): 213-222.

Eine neue Unterart der Schlangenhalsschildkröte Chelodina mccordi von Timor-Leste (Ost-Timor) (Testudines:Chelidae)


Es wird eine neue Unterart von Chelodina mccordi aus Timor-Leste (Ost-Timor) beschrieben. Die Nominatform Chelodina m. mccordi ist endemisch auf der kleinen Insel Roti südwestlich von Timor gelegen. Die neue Unterart hat eine sehr begrenzte Verbreitung in der Region um den See Iralalaro im Distrikt Lautém nahe der Ostspitze von Timor-Leste, und sie ist endemisch für diese Nation. Einige morphologische Charaktere der neuen Unterart nehmen eine Zwischenstellung zwischen C. m. mccordi von Roti und Chelodina novaeguineae von der Insel Neu Guinea ein, aber im Hinblick auf ihren unterartspezifischen taxonomischen Status zeigt das neue Taxon mehr Übereinstimmungen mit der Nominatform als mit C. novaeguineae. Die Nominatform C. m. mccordi von der Insel Roti wurde durch den kommerziellen Tierhandel während der jüngsten Vergangenheit fast ausgelöscht und wird seit 2000 als „critically endangered“ in der Roten Liste der IUCN geführt. Chelodina mccordi ist die einzige Spezies dieser Gattung, die bei CITES auf Anhang II gelistet ist. Als Unterart von C. mccordi, ist das neue Taxon von Timor-Leste automatisch mit in den CITES Anhang II aufgenommen, so dass jeglicher internationale Export des neuen Taxons in ein Land, das CITES-Mitglied ist nur mit einer Exportgenehmigung der Regierung von Timor-Leste möglich ist. Diese legale Notwendigkeit möge hoffentlich dazu beitragen, dass der neuen Unterart das gleiche Schicksal wie der Unterart von Roti erspart bleibt, die der Tierhandel kurz nach ihrer Erstbeschreibung fast ausrottete.

Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Nun Kuchling und Mitautoren scheinen das Problem der Erstbeschreibungen und Neubeschreibungen und deren bestandsbedrohliche Auswirkungen erkannt zu haben, was sie veranlasste, sie als C. m. timorlestensis zu beschreiben. Dennoch, ihre Beschreibung kam etwas zu spät oder zeitgleich mit der Neu- bzw. Erstbeschreibung von McCord et al. in der englischen Ausgabe der Reptilia, welche die gleiche Art unter dem neuen Artnamen C. timorensis beschrieben (McCord, W. P., M. Joseph-Ouni & C. Hagen (2007): A New Species of Chelodina (Testudines: Chelidae) from Eastern Timor Island (East Timor). – Reptilia (GB), Barcelona, 52: 53-57). Damit ist diese Art wohl erst einmal dem gut gemeinten Schutz durch CITES Anhang II entzogen und den Händlern und Geschäftemachern (man möchte fast zynisch anmerken unter den Systematikern) sind die Türen geöffnet. Es scheint also keinen anderen Ausweg zu geben, als dass sich die Vertreter der entsprechenden wissenschaftlichen Fachgesellschaften sowie Politik und Tierschützer aktiv um eine Lösung dieser auswuchernden und akut bestandsbedrohlichen Situation annehmen. Wer sich Natur-, Artenschutz und Tierschutz auf der einen Seite auf die Fahnen schreibt, sich auf der anderen Seite aber mit dieser Problematik nicht ernsthaft auseinandersetzt, argumentiert scheinheilig und setzt, sofern es sich um Wissenschaftler/innen handelt, den Anspruch der Wissenschaftlichkeit und das Ansehen der Wissenschaft aufs Spiel. Siehe auch: Minh, L. (2007): Conservation of turtles in Vietnam: a survey of Cat Tien National Park. – Oryx 41 :544-547 oder WiF-Archiv; Nijman, V. & C. R. Shepherd (2007): Trade in non-native, CITES-listed, wildlife in Asia, as exemplified by the trade in freshwater turtles and tortoises (Chelonidae) in Thailand. – Contributions to Zoology 76 (3): 207-211 oder WiF-Archiv; Stuart et al. (2006): Scientific description can imperil species. Science 312: 1187; Courchamp et al. (2006): Rarity value and species extinction: The anthropgenic allee effct. – PLoS Biol. 4: e415 online und Nature und Brook & Sodhi (2006): Rare species have to cope not only with habitat loss, genetic bottlenecks and invasive competitors, but also with a self-reinforcing cycle of human greed. This last threat has now been dragged into spotlight. Nature 444: 555-557.




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© Michael Daubner 2017Schildkröten im Focus