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Wissenschaft im Fokus

Veröffentlicht: 10.02.2013 Share it on Facebook


Refsnider, J M., J. Strickland & F. J. Janzen (2012): Home Range and Site Fidelity of Imperiled Ornate Box Turtles (Terrapene ornata) in Northwestern Illinois. – Chelonian Conservation and Biology 11: 78–83.

Habitatgröße und Standorttreue bei der gefährdeten Schmuckdosenschildkröte (Terrapene ornata) im nordwestlichen Illinois.


Die Zerstörung der Prärien führte zu einem Bestandsrückgang der Schmuckdosenschildkröte (Terrapene ornata) über ihr gesamtes Verbreitungsgebiet hinweg. Organisationen, die sich mit dem Landmanagement befassen, erwägen Umsiedlungsmaßnahmen, um die Populationen, die ausgerottet wurden, wieder zu ersetzen. Damit diese Erhaltungsmaßnahmen erfolgreich durchgeführt werden können, ist eine Langzeitüberwachung umgesiedelter Individuen erforderlich, um zu wissen, ob die umgesiedelten Tiere das Habitat genauso wie die angestammten Individuen nutzen. Um grundlegende Daten über deren Habitatnutzung und Standorttreue vor der Umsiedlung zu erfassen, führten wir eine dreijährige Radiotelemetriestudie bei einer Population durch, aus der Tiere für eine Umsiedlungsaktion entnommen werden sollen. Adulte Männchen und Weibchen zeigten keine Unterschiede in der Habitatgröße bestimmt nach der Minimum-Polygon-konvex-Methode (Durchschnitt 4,0 ha), der 95-%-Fixierter-Kernel-Habitatgröße (Durchschnitt 2,6 ha), oder der 50-%-Fixierter-Kernel-Habitatgröße (Durchschnitt 0,4 ha). Beide Geschlechter zeigten eine hochgradige Standorttreue für die jährlich genutzte Habitatfläche und für die zuvor genutzten Überwinterungsplätze, wobei die Distanz zwischen den nacheinander genutzten Überwinterungsplätzen für die Weibchen geringer war als für die Männchen. In unserem Untersuchungsgebiet haben die Schmuck-Dosenschildkröten vergleichsweise kleine Habitatgrößen und zeigen eine ausgesprochene Standorttreue. Deshalb empfehlen wir, dass die durch Umsiedlungsprogramme umgesiedelten Tiere wirklich gut überwacht werden, um zu sehen, ob sie ihr Habitat gut nutzen oder ob sie versuchen, zu ihrem Ursprungsgebiet zurückzukehren. Zudem lässt die hohe Standorttreue vermuten, dass frisch umgesiedelte Schildkröten eine hohe Mortalitätsrate zeigen, weil sie insbesondere in unbekanntem Terrain Schwierigkeiten haben könnten, geeignete Überwinterungsplätze zu finden. Die Ergebnisse unserer Studie sollten dazu genutzt werden abzusichern, dass die Lokalitäten, in die Schildkröten umgesiedelt werden sollen, vergleichbar zu jenen Habitaten sind, aus denen die Tiere zur Umsiedlung entnommen werden, damit sie ähnliche Habitatgrößen ausbilden können und ähnliche Landschaftsmerkmale vorfinden. Zusätzlich liefern unsere Daten gute Grundlagenbefunde, mit denen die bei umgesiedelten Schildkröten erhobenen Daten verglichen werden können, um den Umsiedlungserfolg zu überprüfen.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Ob man die Habitatgrößen zur Messung des Umsiedlungserfolgs braucht, ist fraglich, denn der Umsiedlungserfolg wird ja meist ausschließlich durch das Langzeitüberleben im neuen Lebensraum bestimmt und hängt weniger davon ab, ob sich die genutzte Habitatfläche um ein paar Quadratmeter oder Hektar zu jener im Herkunftsgebiet unterscheidet, denn ganz genau gleiche Landschaftsbedingungen wird man nie vorfinden, sonst wären wahrscheinlich im Ansiedlungshabitat die ortsansässigen Populationen nicht zusammengebrochen, und selbst zwischenzeitlich durchgeführte Rehabilitationsmaßnahmen sind selten so, dass sie einen Lebensraum exakt nachbilden. Siehe auch Converse & Savidge (2003), Bernstein et al. (2007), Hesters et al. (2008), Rittenhouse et al. (2008).

Literatur

Bernstein, N. P., R. J. Richtsmeier, R. W. Black & B. R. Montgomery (2007): Home range and philopatry in the ornate box turtle, Terrapene ornata ornata, in Iowa. – American Midland Naturalist157 (1): 162–174 oder WiF-Archiv.

Converse, S. J. & J. A. Savidge (2003): Ambient temperature, activity, and microhabitat use by Ornate Box Turtles (Terrapene ornata ornata). – Journal of Herpetology 37: 665–670 oder WiF-Archiv.

Hester, J. M., S. J. Price & M. E. Dorcas (2008): Effects of relocation on movements and home ranges of eastern box turtles. – Journal of Wildlife Management 72: 772–777 oder WiF-Archiv.

Rittenhouse, C. D., J. J. Millspaugh, M. W. Hubbard, S. L. Sheriff & W. D. Dijak (2008): Resource selection by translocated three-toed box turtles in Missouri. – Journal of Wildlife Management 72 (1): 268–275 oder SiF 3/2008.



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© Michael Daubner 2017Schildkröten im Focus